barefoot running

Wir sind ja gerade in den Niederlanden in Urlaub. Um dem Hund ein wenig Bewegung zu verschaffen, sind wir viel am Sandstrand unterwegs.

Mein Stiefsohn, obwohl knapp 2m lang und dünn wie eine Bohnenstange, ist bewegungstechnisch eher das Modell Nilpferd: wenn er sich bewegt, bebt der Boden. Er ist eher schwerfällig und nicht so der filigrane Motoriker.

Jedenfalls hat er nach langem hin und her – schließlich ist er mit 16 Jahren genau in dem Alter, in dem die Eltern schwierig werden – die Schuhe ausgezogen und sich barfuß über den Strand gewagt! (Hoffentlich hat ihn niemand gesehen!)

Und irgendwann fing er an zu Laufen. Erst schwerfällig, die Ferse in den Sand hämmernd. Dann mit dem Fuß flach aufplatschend, dabei den Rücken etwas aufrichtend…. und irgendwann lief er vollständig aufrecht, den Fußballen zuerst aufsetzend und grazil wie eine Gazelle!

Ich könnte jetzt noch schwärmen auf Grund seiner völlig natürlichen Transition! Die Veränderung passierte innerhalb von Minuten, vielleicht sogar Sekunden! Das war echt der Wahnsinn! Barfußlaufen scheint dem Laufstil auf natürlichste Weise richtig, richtig, richtig gut zu tun🙂

frühjahrspower

Liebe Freunde der Unten-ohne-Fraktion,

die letzten Wochen waren sehr zeitraubend. Seit 1.5. habe ich einen neuen Job und heute fahren wir in Urlaub. Da war einiges zu tun an Papierkram, Urlaubsvorbereitung, im Job ankommen usw. Mittlerweile war ich auch mal wieder Laufen, allerdings quasi blind, weil ich versehentlich die Kontaktlinsen meiner Frau drin hatte, da sie versehentlich mein letztes Paar weggeworfen hatte in ihr Alt-Paar an meiner Location platziert hatte. Neue Linsen habe ich mittlerweile und hoffe, dass ich im Urlaub ausreichend Lust finde, zu laufen.

Und Mini-Laptop nehme ich mit, so dass ich evtl. aus dem Urlaub bloggen kann. Dort werde ich mit Sicherheit mehr Zeit dafür haben, als ich in den letzten 2 bis 3 Wochen hatte.

Achja, ich lese gerade mal wieder Born to Run und habe mir als Urlaubsleküre ein paar Bücher besorgt: The Story of the Human Body von Daniel Lieberman, Finding Ultra von Rich Roll und Das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben.

Wenn Interesse besteht, weil ihr das ein oder andere Buch nicht gelesen habt, schreibe ich gerne mal ein paar Zeilen dazu. Sagt einfach unten in den Kommentaren, was euch am meisten interessiert.

Bis bald, Euer Jochen

schlafen statt bloggen: der futon

Mittlerweile habe ich 10 Nächte auf meinem Futon verbracht und ich kann bereits jetzt sagen: den will ich nie wieder hergeben! Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt so gut geschlafen und so bequem gelegen habe!

Nochmal kurz zusammen gefasst: Der Futon ist ein einfacher Futon, der aus 6 Lagen Schurwolle besteht und mit einer Baumwollhülle eingefasst ist. Darum habe ich einen Schonbezug, da ich den Futon auf dem Boden liegend nutze. Darauf dann ein Spannbettlaken, dann der Autor und darauf dann eine Baumwolldecke. Also kein Latexkern, kein Kokos-Kern, keine 7-Zonen-Komfort-Rückenzerstörung, kein nichts, einfach nur Schurwolle in 6 Lagen übereinander geschichtet und versteppt.

Eigentlich hätte ich immer gerne auf dem Bauch liegend gelesen, was aber irgendwie nie ging. Wohl wegen der zu starken Rückenkrümmung auf einer Matratze. Das geht jetzt endlich auf dem Futon und zwar sehr bequem. Auf der Seite liegend ist es ebenfalls bequem, auch wenn sich dann an der Hüfte die Schurwolle schon sehr stark zusammenpresst. Insgesamt ist der Futon recht stabil und fest, fühlt sich trotzdem angenehm weich an und passt sich dem Körper auf angenehme Art an, ohne dass man darin versinkt.

Ich schlafe die letzten Nächste sehr tief und fest und wache morgens erfrischt und ohne Rückenschmerzen auf. Auch das Aufstehen vom Boden geht problemlos. Für mich ist der Futon ein echter Komfortgewinn und ich überlege, ob ich ihn mit in den Urlaub nehme, auch wenn er gerollt (noch) ordentlich Volumen einnimmt.

bandscheibenvorfall – teil 3

Bei dem was-auch-immer-Schmerzproblem im Dezember hatte ich tatsächlich Ausstrahlung in der Schinken- und Oberschenkelmuskulatur. Da verstand ich dann auch tatsächlich, warum der Arzt im Sommer ständig nach Ausstrahlung fragte und es nicht glaubte, dass ich keine Ausstrahlung habe.

Anfang diesen Jahres hatte ich mal wieder einigen Stress und Ärger: die Doktor-Arbeit war publiziert, alle Vorleistungen zum Thema Doktor-Urkunde erledigt, aber das entsprechende Dezernat der Uni musste ja unbedingt in dieser Zeit umziehen und hat es nicht hingekriegt, meine Urkunde in Druck zu geben und vom Präsidenten unterschreiben zu lassen. Dann stand noch ein Jobwechsel an, bei dem meine Chefin meinte, sie müsse mich an meinem Arbeitsplatz festhalten und mir den Wechsel verbieten. Einige weitere Scherereien im Job, ein paar Unstimmigkeiten im Verein,… das übliche eben…. haben mir immer wieder Rückenschmerzen, meist mit Ausstrahlungen beschert. Nun war ich den ganzen Winter über komplett barfuß im Freizeitleben und konnte mir im Zweifel die Schmerzen weggehen. Zum Laufen kam ich nicht mehr, da ich eher etwas piensig bin, wenn es nass-kalt ist. Ich hasse nass-kaltes Wetter, habe ich das schon mal erwähnt?

Jedenfalls merkte ich in diesen Phasen eigentlich täglich, dass ich abends schmerzfrei oder zumindest schmerzreduziert ins Bett ging und morgens mit deutlich Aua aufstand, was sogar an einigen Tagen deutlich schwierig war. Im Laufe des Tages wurde der Rücken – in Abhängigkeit der Bewegung – dann auch wieder besser. Matratze wohl doch zu weich?!

Eine Woche vor Ostern jedoch baute sich ein Schmerz auf, der so gar nicht besser werden wollte und an Ostern selbst war dann der Punkt erreicht, dass ich mich kaum mehr bewegen konnte. Also hatte ich beschlossen, auf dem Boden zu schlafen und von unten mit einer Iso-Matte ein wenig für Wärme und Minimal-Komfort zu sorgen.

Was soll ich sagen? Nach drei Tagen waren die Rückenschmerzen quasi weg. Ok, ich hatte die drei Nächste auch nicht sonderlich gut geschlafen und wurde jedes Mal wach, wenn ich mich umdrehen wollte. In Folge dessen hatte ich mich dann über Futons, Schlafen auf dem Boden etc. weiter eingelesen und wollte mich in einem Japanladen vor Ort erkundigen und mal Probe liegen und schauen, wie sich das anfühlt und was der Unterschied ist mit Futon auf Tatami und Futon auf Boden. Aber den Japanladen gab es plötzlich nicht mehr.

Ich habe dann halt im Internet noch mehr gelesen und völlig unsicher dann einen Futon bestellt. Und tataaa, am Freitag wurde er geliefert! Zwei Nächte habe ich jetzt also schon auf dem Futon, den ich auf dem Boden ausrolle, verbracht und ich muss sagen, er ist super bequem. Ich habe zwar in beiden Nächten noch nicht so super geschlafen, aber ich fürchte, das hat nix mit dem Futon zu tun, sondern mit anderen Parametern. Gestern z.B. habe ich wohl ein Glas zu viel von dem leckeren, selbstgemachten Met getrunken, was erfahrungsgemäß nicht im besten Schlaf endet.

Mehr Erfahrungsbericht folgt, wenn ich ein paar Nächte hinter mir habe. Ich kann bis jetzt nur sagen: der ist kuschelig weich, angenehm flauschig und das bei einer sehr festen, stabilen Struktur. Ich habe einen Futon mit 6 Lagen Schurwolle mit einer Anfangsdicke von 10-12cm, der durch das Liegen natürlich noch zusammengepresst wird und an Stabilität gewinnen wird. Kein Latex-Kern, kein Kokos-Kern, nur reine Schurwolle. Bis jetzt echt super!

bandscheibenvorfall – teil 2

Im Frühsommer letzten Jahres hatten wir uns eine neue Matratze gekauft. Nun haben wir eine Matratze in unserem Bett, aber zwei grundverschiedene Bedürfnisse. Als Kompromiss wählten wir also eine mittlere Härte, um für jeden halbwegs was dabei zu haben. Naja, ok, ich fand die Matratze von Anfang an etwas weich. Ob das irgendwas mit dem Bandscheibenvorfall zu tun hat, steht in den Sternen.

Jedenfalls wurde der Rücken im laufe des Herbstes deutlich besser. Mittlerweile hatte ich entschieden, mein Privatleben vollständig barfuß zu verbringen und habe das auch bis heute so durchgezogen. Ich war auch barfuß Laufen, was dem Rücken wirklich gut getan hat. Als es dann Richtung Dezember ging und ich unter der Woche Laufen war, habe ich abends im Dunkeln dann die Five Finger getragen, siehe safety first.

Dann kam die Doktor-Prüfung mitsamt der Vorbereitung in den letzten Tagen. Und nach der Prüfung – wumm – kamen die Schmerzen im Rücken wieder. Der nächste Bandscheibenvorfall? Keine Ahnung, ich war nicht mehr beim Arzt, denn die sinnvolle Therapie kannte ich selbst und Schmerzmittel hatte ich noch genug zu Hause. Und so lief ich mir die Schmerzen aus dem Rücken und konnte nach ein paar wenigen Tagen wieder alles machen.

So viel zum Kapitel: Druckabfall, die zweite

bandscheibenvorfall – teil 1

Manchmal gar nicht so einfach im Alltag die Zeit und die Ruhe zu finden, einen längeren Artikel zu schreiben oder überhaupt den Kopf frei zu haben, insbesondere, wenn morgens der Wecker so früh klingelt und man abends erst recht spät an den Blog käme. Letztlich egal, hier kommt der versprochene Artikel zum Thema…. Bandscheibenvorfall.

Letzten Sommer, Ende Juli, war es endlich soweit: nach Jahren der Arbeit und des vor mir Herschiebens war die Doktor-Arbeit endlich fertig und ich habe sie eingereicht, abgegeben. Und dann erst mal viereinhalb Monate Ruhe, bis die doofe Doktor-Prüfung kommt. Im August hatte ich dann Urlaub. Wir waren aber nicht weg, da es noch nicht ganz klar war, ob ich den Juli-Termin mit der Einreichung wirklich schaffe. Also war Balkonien angesagt, oder vielmehr Schwimmbadien.

Letztlich saß ich also monatelang sehr viel am Schreibtisch und habe getippt und korrigiert usw. Dabei war ich aber viel Laufen und im Sommerurlaub fast täglich im Schwimmbad und habe gemacht, was jeder Arzt jedem Rückenkranken rät: schwimmen.

Und eines nachmittags im Schwimmbad dann stach mich beim Schwimmen und Tauchen ein Schmerz im Lendenwirbelbereich. Erst noch nicht wild, gegen Ende des Schwimmtages konnte ich mich kaum mehr bücken, um mich umzuziehen. Dann am nächsten Morgen kam ich kaum mehr aus dem Bett und hatte Schmerzen ohne Ende. Die Schmerzen waren so stark, dass selbst ich von mir aus bereit war, einen Arzt aufzusuchen. Ich dachte ja zuerst, dass ein Wirbel ausgerenkt (blockiert) sei. Aber nein, es handelte sich um einen ausgewachsenen Bandscheibenvorfall.

Tatsächlich war das wohl ein sehr heftiger Bandscheibenvorfall, wie das MRT zeigte. Und mein Arzt wundert sich bis heute, dass es nicht in Po und Beine ausstrahlte. Das tat es aber zu diesem Zeitpunkt tatsächlich nicht. Therapie: Massage und Schmerztabletten. Ok.

Nachdem nach 7 Wochen Massage und Schmerztabletten noch keine Besserung da war (ich lasse mich jetzt nicht über die Massagen aus, nein, ich werde schweigen wie ein Grab) und ich keine Lust mehr hatte, mich mit heftigen Schmerztabletten, die müde machen ohne Ende, vollzustopfen, musste eine Änderung her. Auch wenn mir Arzt und Physios sehr deutlich vom Laufen abrieten, war für mich der Punkt gekommen:

Schmerztabletten absetzen, Laufklamotten an und ab in den Wald! Meine erste Runde war 4km lang und ich bin diese Runde extrem langsam gelaufen, um tatsächlich sicher zu gehen, dass ich definitiv nicht auf der Ferse lande, sondern zu 100% alles über den Vorfuß und die Muskulatur abfedere. Und ja, natürlich war ich barfuß Laufen!

Und siehe da, nach dem Lauf waren die Schmerzen zum ersten mal seit Wochen endlich wieder erträglich. Nach zwei weiteren vorsichtigen, barfüßigen Läufen war ich vollständig schmerzfrei! Zumindest bei normaler Haltung. Alle Bewegungen konnte ich noch nicht machen, das besserte sich mit der Zeit.

Da ich vorher laufen war, zur Zeit des Bandscheibenvorfalls schwimmen war und zufällig einiger Stress abfiel, kann eigentlich recht deutlich der Zusammenhang Bandscheibe – Stress hier angesetzt werden. An fehlender oder falscher Bewegung kann es definitiv nicht gelegen haben, wie die Heilungsbewegung ja sehr deutlich zeigte.

sportwetten statt japanladen

Kennt ihr das: manchmal ist die Lust einfach größer, in einen Laden zu gehen mit Menschen, die Ahnung von dem haben, was sie verkaufen, anstatt sich mal wieder, wie so oft, im Internet zu informieren. Denn es gibt Zeiten, da wünscht man sich real life Kontakte. Und dann steht man vor dem Laden, in dem man vor zwei Jahren noch war, und da ist was völlig anderes drin?

So ging es mir heute mal wieder. Ich muss mich schlaftechnisch dringend verändern und weiß, dass ich was Härteres untenrum brauche. Was liegt da näher, als einen Tatami als Lattenrostersatz und einen Futon statt eine Matraze zu verwenden. Und da ich eh ein selbstgebautes Bett habe, ist natürlich die Idee da, das bereits vorhande Bett entsprechend umzubauen. Also ab zum Japan-Möbelhaus und….. feststellen, dass es das nicht mehr gibt, sondern da jetzt ein Sportwettenladen drinne ist (wieso können sich eigentlich so viele Sportwettenläden halten? Bei uns in der Kleinstadt gibt es mehr Sportwettenlokale als Bäcker und Metzger zusammen). Schade, das war ein echt netter Laden!

So muss ich mal wieder das Internet bemühen und werde mir wohl doch was bestellen müssen, wovon ich ansonsten mittlerweile immer mehr abkomme.

Achso, ja, es gibt da noch ein bissel was zu erzählen, warum ich einen neuen Untergrund brauche. Aber nicht hier in diesem Beitrag…. aber versprochen, das folgt in Kürze! Habe lange genug gehadert, ob das hier auf den Blog soll…. aber ja, es gehört hier her🙂